Heute schon über die Qualitätsgabe im Weizen nachgedacht?

Die Vegetationszeit hat noch nicht begonnen, der erste Dünger ist noch nicht gefallen und das ist genau der richtige Zeitpunkt, um das zweite Mal über das Qualitätsziel nachzudenken (Erstes Mal bei der Sortenwahl vor der Saat). Vor der ersten Düngung muss die Düngebedarfsermittlung (DBE) erstellt werden, damit ist die Gesamthöhe der Düngung klar. Abweichend davon, kann §3 Düngeverordnung in Frage gestellt werden, wenn das Wetter ab Mai mitspielt und so eine Überhöhung der DBE um 10 Prozent möglich ist – dazu aber in einem späteren Newsletter mehr. Entscheidend für das Qualitätsziel ist die angebaute Sorte, da ein im Merkmal Proteinkonzentration genetisch schwacher Weizen auch bei einer deutlichen Überhöhung der Stickstoffmenge keine A oder E-Handelsqualität erreichen kann. Ist die Sorte abgesichert, so muss für die späte Düngung ab BBCH 39/49 ausreichend Stickstoff zurückgehalten werden. Auch die letzten 10kg/ha, welche ggf. noch flüssig mit einem Ährenfungizid zusammen appliziert werden sollen, müssen bilanziert werden, da sonst ein Verstoß droht. Für eine klassische Qualitätsgabe sollten auf den schwächeren Böden mindestens 35 kg N/ha bereitstehen und auf den mittleren bis besseren Böden muss diese Menge leicht übertroffen werden. Günstig wirkt sich die Überhöhung der DBE nach §3 aus, da die Qualitätsgabe so leicht um 40 Prozent erhöht werden kann (z.B. DBE 140 kg N/ha, 10 % = 14 kg, T3 → 35 kg + 14 kg = 49 kg N/ha zu BBCH 39/49). Mit dieser vorzüglichen Stickstoffmenge kann im Falle einer besseren wetterbedingten Ertragserwartung der Verdünnung des Proteins durch den heranwachsenden Mehlkörper entgegengesteuert werden. Das ist durchaus wichtig, denn ausgehend von den drei Ertragsmerkmalen unterliegt das Merkmal Tausendkornmasse am stärksten dem Einfluss der Umwelt. Die zwei Ertragsmerkmale Ähren je Quadratmeter und Kornzahl je Ähre sind zueinander stark negativ korreliert. Auf Stressstandorten haben sich etwas dünnere Bestände mit stark entwickelten Ähren als zielführend herausgestellt. Aus diesem Grund sollte die Startgabe zu Weizen nicht zu stark überhöht werden, da sonst zu viel in die Bestockung investiert wird. Als absolutes Minimum können auf den sandigen Standorten der Mark 40 kg N/ha genannt werden, jedoch muss dann die Anschlussdüngung terminlich passen. Bestände dürfen nicht hungern, da sonst nicht nur weniger unproduktive Triebe angelegt werden, sondern auch die Kornzahl je Ähre reduziert wird, das wäre ein Problem für die Ertragsbildung.

Interessant sind in diesen Fällen die stabilisierten Düngemittel, welche den Bestand stets ausgewogen ernähren. Die Vorzüge der ammoniumbetonten Ernährung werden auch auf verschiedenen Webportalen beschrieben. Der größte Vorteil liegt aber in der immer termingerechten zweiten Gabe, da diese bereits zusammen mit ersten Gabe gefallen ist. Eine ausgeprägte Vorsommertrockenheit kann die Düngestrategie daher nicht durchkreuzen. Die Produkte ALZON® neo-N + Schwefel oder ALZON® flüssig-S 25/6 können bedingungslos empfohlen werden, aber denken Sie bei der Bemessung der Höhe an eine ausreichende Qualitätsgabe.